Sonneborn-Berger-Wertung

Die Sonneborn-Berger-Wertung (SB-Wertung) ist eine Feinwertung, die im Schach eingesetzt wird, um punktgleiche Spieler oder Mannschaften in der Rangliste zu unterscheiden. Sie berücksichtigt dabei nicht nur die erzielten Punkte, sondern auch gegen wen diese Punkte erzielt wurden.


Sonneborn-Berger bei Einzelturnieren

Bei Einzelturnieren wird die SB-Zahl eines Spielers wie folgt berechnet:

  • Für jeden Sieg werden die vollen Punkte des besiegten Gegners angerechnet.
  • Für jedes Remis werden die halben Punkte des Gegners angerechnet.
  • Für Niederlagen werden keine Punkte angerechnet.

Die Summe dieser Werte ergibt die Sonneborn-Berger-Zahl.
Bei punktgleichen Spielern erhält derjenige mit der höheren SB-Zahl den besseren Tabellenplatz.

Die Sonneborn-Berger-Wertung ist damit eine differenzierte Form der Buchholz-Wertung, da Niederlagen unberücksichtigt bleiben und nur Siege und Remis einfließen. Sie wurde ursprünglich für Rundenturniere (Jeder-gegen-jeden) entwickelt, wird heute aber auch im Schweizer System verwendet.


Wirkungsweise der Wertung

Das Verfahren gewichtet:

  • Punktgewinne gegen starke Gegner höher als gegen schwache,
  • während Niederlagen unabhängig von der Spielstärke des Gegners nicht stärker bestraft werden.

Dadurch wird ein Spieler höher bewertet, der:

  • häufiger gegen starke Gegner gewonnen oder remis gespielt hat,
  • auch wenn er gegen schwächere Gegner Punkte abgegeben hat,

während ein Spieler benachteiligt ist, der:

  • gegen schwächere Gegner gewinnt,
  • aber gegen starke Gegner verliert.

Sonneborn-Berger bei Mannschaftsturnieren

Bei Mannschaftsturnieren wird die Sonneborn-Berger-Wertung anders berechnet:

  • Die in jedem Mannschaftskampf erzielten Brettpunkte werden mit den Mannschaftspunkten des Gegners multipliziert.
  • Alle so entstehenden Produkte werden addiert.

Diese Form wird auch als Olympiade-Sonneborn-Berger-Wertung bezeichnet, da sie erstmals bei der Schacholympiade 2008 eingesetzt wurde.


Historischer Hintergrund

Das System wurde im August 1873 vom österreichischen Schachmeister Oscar Gelbfuhs entwickelt.
William Sonneborn und der österreichische Meister Johann Berger setzten es 1882 erstmals praktisch ein und führten es 1886 verbindlich ein.

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