DGT-Übertragung bei Schachturnieren
Ein praxisnaher Überblick für Turnierorganisatoren

Die Live-Übertragung von Schachpartien per DGT-Brett hat sich in den letzten Jahren stark etabliert. Was früher fast ausschließlich Spitzenturnieren vorbehalten war, gehört heute bei vielen Open-Turnieren, Ligaspieltagen und Meisterschaften zum professionellen Standard. Eine DGT-Übertragung sorgt dafür, dass Partien in Echtzeit online verfolgt werden können – transparent, zuverlässig und ohne Mehraufwand für die Spieler.
Warum eine DGT-Übertragung sinnvoll ist
Der wichtigste Effekt einer DGT-Übertragung ist Reichweite. Partien verlassen den Spielsaal und werden für ein breiteres Publikum sichtbar: für Schachfans, Medien, Streamer und Vereinsmitglieder, die nicht vor Ort sein können. Das Turnier gewinnt dadurch an Präsenz und Wahrnehmung – auch überregional.
Darüber hinaus bringt eine Live-Übertragung klare Vorteile für Sponsoren und Partner. Sie schafft kontinuierlichen Content über mehrere Stunden hinweg und ermöglicht es, Logos, Erwähnungen oder Kommentierungen sinnvoll einzubinden. Gleichzeitig vermittelt eine DGT-Übertragung Professionalität und Organisation auf hohem Niveau.
Kurz zusammengefasst profitieren Turniere insbesondere durch:
- größere öffentliche Sichtbarkeit
- zusätzlichen Mehrwert für Sponsoren
- einen professionellen Gesamteindruck
- bessere Analyse- und Dokumentationsmöglichkeiten
Was man für eine DGT-Übertragung benötigt
Technische Grundlage sind elektronische Schachbretter von DGT. Diese Bretter erkennen automatisch jede Figurenbewegung und übertragen die Züge digital. Ergänzt werden sie durch passende Figuren und digitale Uhren.
Zum vollständigen Setup gehören außerdem:
- ein Laptop oder Mini-PC zur Datenerfassung
- Verbindungskabel oder Bluetooth (je nach Bretttyp)
- USB-Hubs bei mehreren Brettern
- eine stabile Stromversorgung
- eine zuverlässige Internetverbindung
Wichtig ist weniger High-End-Technik als ein sauber geplantes, stabiles Setup. Viele Probleme entstehen nicht durch die DGT-Bretter selbst, sondern durch wackelige Kabel, instabiles WLAN oder fehlende Tests vor Rundenbeginn.
Wie die Übertragung technisch funktioniert
Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Jeder Zug wird am Brett gespielt, von den Sensoren erkannt und an den Übertragungsrechner gesendet. Dort verarbeitet eine spezielle Software die Züge und stellt sie als Live-Partie im PGN-Format bereit. Diese Daten können anschließend auf der Turnierwebsite, auf Schachplattformen oder in Streams eingebunden werden.
In der Praxis sieht das so aus:
- Aufbau und Test der Bretter vor Turnierbeginn
- Start der Übertragungssoftware mit Rundenbeginn
- automatische Live-Übertragung ohne Eingriff der Spieler
- laufende Kontrolle, ob alle Bretter korrekt senden
Je größer das Turnier, desto wichtiger sind Backup-Lösungen und klare Zuständigkeiten für die Technik.

Eigene Umsetzung oder externer Dienstleister?
Viele Organisatoren stehen vor der Frage, ob sie die DGT-Übertragung selbst betreiben oder auslagern sollen. Beides ist möglich.
Eine eigene Umsetzung bietet sich an, wenn:
- das Turnier regelmäßig stattfindet
- technisches Grundverständnis vorhanden ist
- langfristig investiert werden soll
Ein externer Dienstleister ist sinnvoll, wenn:
- viele Bretter übertragen werden
- das Turnier einmalig oder besonders publikumswirksam ist
- das Organisationsteam entlastet werden soll
Dienstleister übernehmen in der Regel Aufbau, Technik, Überwachung während der Runden und oft auch die Einbindung auf Websites oder Plattformen.
Personen, die in den vergangenen Jahren die DGT-Übertragung von Schachturnieren durchgeführt haben, sind z.B.
- FM Marc Lang | chess-broadcast.com
- FM Ufuk Tuncer | chess school Tuncer
- Anke & Björn Behrend
- Lennart Ootes
- Menno Pals | Menno Sport
Willst du auch in dieser Liste stehen? Dann schreib mir.
Typische Fragen aus Organisatorensicht
Wie viele Bretter übertragen werden sollten, hängt vom Turnierformat ab. Häufig reichen die Spitzenbretter, um den sportlichen Verlauf sichtbar zu machen. Die Kosten variieren entsprechend stark – von überschaubar bei kleinen Setups bis hin zu höheren Beträgen bei umfangreichen Übertragungen mit Servicepaketen.
Technisches Spezialwissen ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Entscheidend sind gute Vorbereitung, realistische Planung und ausreichend Tests vor dem ersten Zug.
Fazit
Eine DGT-Übertragung ist kein Selbstzweck, sondern ein wirkungsvolles Instrument zur Aufwertung eines Schachturniers. Sie steigert Reichweite, Professionalität und Attraktivität – für Spieler, Zuschauer und Sponsoren gleichermaßen. Für viele Turniere ist sie heute ein klarer Wettbewerbsfaktor im Kalender.
