Schach-WM 2026 auf einen Blick
Bei der Schach-Weltmeisterschaft 2026 trifft Titelverteidiger Gukesh Dommaraju aus Indien auf den usbekischen Herausforderer Javokhir Sindarov. Gespielt wird vom 25. November bis 15. Dezember 2026 in Genf.
Beide Spieler sind zu Beginn des Wettkampfs erst 20 Jahre alt. Damit wird Gukesh gegen Sindarov zum jüngsten WM-Duell der Schachgeschichte. Gukesh gewann den Titel 2024 gegen Ding Liren, Sindarov qualifizierte sich über das Kandidatenturnier 2026.
Titelverteidiger: Gukesh Dommaraju
Herausforderer: Javokhir Sindarov
Ort: Genf, Schweiz
Zeitraum: 25. November bis 15. Dezember 2026
Modus: bis zu 14 klassische Partien
Besonderheit: jüngstes WM-Duell der Geschichte
Aktueller Ticker
Schach-WM 2026 findet in Genf statt
Der WM-Kampf zwischen Weltmeister Gukesh D und Herausforderer Javokhir Sindarov wird vom 25. November bis 15. Dezember 2026 in Genf ausgetragen. Gespielt werden bis zu 14 klassische Partien.
Sindarov qualifiziert sich für Schach-WM
Javokhir Sindarov hat das Kandidatenturnier mit starken 10 Punkten aus 14 Partien gewonnen. Der Usbeke lag am Ende deutlich vor Anish Giri (8,5) und Fabiano Caruana (7,5) und qualifizierte sich damit für das WM-Duell gegen Gukesh. Besonders beeindruckend: Sindarov setzte sich früh an die Spitze und musste in der zweiten Turnierhälfte nur noch seinen Vorsprung verwalten.
Spielerporträts
Gukesh Dommaraju – der Titelverteidiger
Gukesh Dommaraju wurde 2024 im Alter von 18 Jahren zum jüngsten alleinigen Schachweltmeister der Geschichte. Der Inder bezwang Ding Liren in Singapur mit 7,5:6,5. Gukesh gilt als äußerst ehrgeiziger, konzentrierter Spieler mit großer Rechenstärke und ausgeprägtem Kampfgeist. Gegen Sindarov tritt er erstmals als Titelverteidiger an.
Javokhir Sindarov – der Herausforderer
Javokhir Sindarov gehört zur erfolgreichen jungen Schachgeneration Usbekistans. Er wurde bereits mit zwölf Jahren Großmeister, gewann 2025 den FIDE-Weltcup und setzte sich anschließend beim Kandidatenturnier 2026 durch. Dort sicherte er sich den Gesamtsieg bereits eine Runde vor Schluss. Sindarov ist ein vielseitiger und nervenstarker Spieler, der sich auch in entscheidenden Situationen behauptet.
Der Weg zur Weltmeisterschaft
Der amtierende Weltmeister ist direkt für das nächste WM-Match gesetzt. Sein Herausforderer wird im Kandidatenturnier ermittelt – einem doppelrundigen Turnier mit acht Spielern, bei dem jeder zweimal gegen jeden antritt.
Für das Kandidatenturnier 2026 qualifizierten sich die Spieler über mehrere Wege: den FIDE-Weltcup, das Grand Swiss, den FIDE Circuit und die Weltrangliste. Javokhir Sindarov sicherte sich seinen Platz durch den Gewinn des Weltcups 2025.
Beim Kandidatenturnier auf Zypern setzte er sich anschließend mit 10 Punkten aus 14 Partien deutlich durch. Als Turniersieger erhielt er das Recht, Weltmeister Gukesh im WM-Match herauszufordern.
Austragungsort: Genf
Die Schach-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 25. November bis 15. Dezember in Genf ausgetragen. Die Schweizer Stadt ist Sitz zahlreicher internationaler Organisationen und bietet eine passende Bühne für das Duell zwischen Weltmeister Gukesh und Herausforderer Sindarov.
Für die Schweiz ist es zugleich eine Rückkehr auf die WM-Bühne: Bereits 2004 trafen Wladimir Kramnik und Péter Lékó im Tessiner Ort Brissago aufeinander. Kramnik gewann damals die letzte Partie und rettete mit einem 7:7 seinen Weltmeistertitel.
Der genaue Spielort in Genf ist bislang noch nicht bekannt gegeben worden.
Modus und Regeln
Die Schach-WM wird über maximal 14 klassische Partien ausgetragen. Gukesh und Sindarov erhalten abwechselnd die weißen Steine. Wer zuerst 7,5 Punkte erreicht, gewinnt den Wettkampf und ist Weltmeister – die noch ausstehenden Partien werden dann nicht mehr gespielt.
Steht es nach 14 Partien 7:7, fällt die Entscheidung in einem Tiebreak mit kürzeren Bedenkzeiten. Der genaue Ablauf des Tiebreaks und die vollständige Bedenkzeitregelung werden in den offiziellen Wettkampfbestimmungen festgelegt.
Alle Schachweltmeister
Seit dem ersten offiziellen WM-Match im Jahr 1886 haben insgesamt 18 Spieler den Titel des klassischen Schachweltmeisters getragen:
- Wilhelm Steinitz – 1886 bis 1894
- Emanuel Lasker – 1894 bis 1921
- José Raúl Capablanca – 1921 bis 1927
- Alexander Aljechin – 1927 bis 1935 und 1937 bis 1946
- Max Euwe – 1935 bis 1937
- Michail Botwinnik – 1948 bis 1957, 1958 bis 1960 und 1961 bis 1963
- Wassili Smyslow – 1957 bis 1958
- Michail Tal – 1960 bis 1961
- Tigran Petrosjan – 1963 bis 1969
- Boris Spasski – 1969 bis 1972
- Bobby Fischer – 1972 bis 1975
- Anatoli Karpow – 1975 bis 1985
- Garri Kasparow – 1985 bis 2000
- Wladimir Kramnik – 2000 bis 2007
- Viswanathan Anand – 2007 bis 2013
- Magnus Carlsen – 2013 bis 2023
- Ding Liren – 2023 bis 2024
- Gukesh Dommaraju – seit 2024
Von 1993 bis 2006 war der WM-Titel geteilt: Neben der klassischen Weltmeisterschaft veranstaltete die FIDE eine eigene Weltmeisterschaft. Mit Kramniks Sieg über Wesselin Topalow im Jahr 2006 wurden die beiden Titel wieder vereinigt.
Legendäre WM-Duelle
Die Geschichte der Schach-Weltmeisterschaft ist geprägt von großen Rivalitäten, politischen Spannungen und dramatischen Wendungen. Einige Duelle sind bis heute unvergessen:
- Ding Liren – Gukesh 2024: Gukesh entschied die letzte Partie für sich und wurde mit 18 Jahren jüngster alleiniger Weltmeister der Geschichte.
- Capablanca – Aljechin 1927: Der brillante Kubaner galt als nahezu unbesiegbar, doch Aljechin setzte sich nach 34 Partien überraschend durch.
- Fischer – Spasski 1972: Der „Wettkampf des Jahrhunderts“ in Reykjavík wurde mitten im Kalten Krieg zu einem weltweiten Medienereignis.
- Karpow – Kortschnoi 1978: Das WM-Match in Baguio war von politischen Konflikten, psychologischen Spielchen und großen Spannungen begleitet.
- Karpow – Kasparow 1984/85: Ihre erste WM wurde nach 48 Partien ohne Sieger abgebrochen. Im zweiten Anlauf entthronte Kasparow den Weltmeister.
- Kasparow – Kramnik 2000: Kramnik neutralisierte Kasparows Angriffsspiel und beendete dessen 15-jährige Herrschaft.
- Kramnik – Lékó 2004: Erst durch einen Sieg in der letzten Partie rettete Kramnik in Brissago mit einem 7:7 seinen Titel.
- Carlsen – Caruana 2018: Alle zwölf klassischen Partien endeten remis, ehe Carlsen den Tiebreak klar gewann.
Live-Übertragung der Schach-WM
Alle Partien der Schach-Weltmeisterschaft zwischen Gukesh und Sindarov werden voraussichtlich kostenlos im Internet zu sehen sein. Die genauen Übertragungspartner und Kommentatorenteams werden meist erst kurz vor Beginn des Wettkampfs bekannt gegeben.
Mit Livebildern, dem aktuellen Brett und englischer Kommentierung ist insbesondere auf folgenden Kanälen zu rechnen:
- FIDE auf YouTube: offizielle Übertragung mit Bildern aus dem Spielsaal und Großmeister-Kommentaren
- Chess24 und Chess.com: ausführliche englischsprachige Analyse auf YouTube, Twitch und Chess.com/TV
- ChessBase: Livebrett, Partien und begleitende Berichte
- ChessBase India: umfangreiche englische und teilweise hindisprachige Berichterstattung mit besonderem Fokus auf Gukesh
Auch eine deutschsprachige Liveübertragung auf dem Kanal Chess24 Deutsch ist wahrscheinlich. Bei der WM 2024 wurden dort die Partien unter anderem von Jan Gustafsson und Steve Berger kommentiert. Ob es 2026 erneut eine tägliche deutsche Übertragung geben wird, steht allerdings noch nicht fest.
Die bestätigten Kanäle, Beginnzeiten und direkten Links werden auf dieser Seite ergänzt, sobald sie feststehen.
