DWZ

DWZ: Grundidee und Aufbau

Die Deutsche Wertungszahl (DWZ) misst die Spielstärke eines Schachspielers. Sie basiert darauf, dass Ergebnisse immer im Verhältnis zur Stärke der Gegner bewertet werden.

Eine DWZ besteht aus der Zahl selbst und einem Index (z. B. 1650-12). Der Index zeigt, wie oft ein Spieler bereits ausgewertet wurde und steigt nach jedem Turnier.


Wie die DWZ angepasst wird

Zentral ist der Vergleich zwischen erwarteten Punkten und tatsächlich erzielten Punkten:

  • Wer mehr Punkte als erwartet holt → DWZ steigt
  • Wer weniger Punkte als erwartet holt → DWZ sinkt

Die erwarteten Punkte ergeben sich aus der DWZ-Differenz zu den Gegnern. Ein Spieler mit deutlichem Ratingvorsprung hat entsprechend eine höhere Gewinnerwartung (z. B. etwa 75 % bei rund 200 Punkten Unterschied).


Die Berechnungslogik

Die Änderung der DWZ folgt einer festen Regel:

  • Ausgangspunkt ist die alte DWZ
  • Dazu kommt eine Anpassung, die davon abhängt,
    • wie groß die Abweichung zwischen Ergebnis und Erwartung ist
    • und wie viele Partien gespielt wurden

Zusätzlich gibt es den Entwicklungskoeffizienten (E). Dieser bestimmt, wie stark sich die DWZ überhaupt verändern darf.


Der Entwicklungskoeffizient (E)

Der Faktor E sorgt dafür, dass die DWZ sinnvoll reagiert:

  • kleines E → große Veränderungen
  • großes E → stabile DWZ

Er hängt vor allem ab von:

  • Alter (jüngere Spieler entwickeln sich schneller)
  • aktueller DWZ
  • Turnierergebnis

Konkret:

  • Junge Spieler können ihre DWZ schneller steigern (Beschleunigung)
  • Spieler mit niedriger DWZ verlieren langsamer Punkte (Bremsung)

So wird verhindert, dass sich Ratings zu träge oder zu sprunghaft verhalten.


Wichtige Rahmenbedingungen

  • Es zählen nur tatsächlich gespielte Partien am Brett
  • Turniere werden immer komplett ausgewertet
  • Die DWZ wird nach jedem Turnier neu berechnet

Kurz gesagt

Die DWZ bewertet nicht nur Ergebnisse, sondern setzt sie ins Verhältnis zur Gegnerstärke und zur Erwartung. Durch den Entwicklungskoeffizienten wird dabei gesteuert, wie stark sich die Zahl verändert – dynamisch bei neuen Spielern, stabiler bei erfahrenen.

Abzugrenzen ist die DWZ von der internationalen Wertungszahl Elo.

Quellen: DSB-Wertungsordnung – Deutscher Schachbund

Zur Übersicht:
Alle Schachturnierbegriffe findest du im Turnier-ABC .

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