In diesem Artikel beschreibe ich, wie du schöne Schachfotos von deinem Turnier produzierst.
Gute Bilder helfen dabei, Atmosphäre, Emotionen und die Größe einer Veranstaltung sichtbar zu machen – auf der Vereinshomepage, in Gemeindenachrichten, Lokalzeitungen oder sozialen Medien.
📸 Warum sind Bilder von Schachturnieren wichtig?
„Pics or it didn’t happen“, heißt ein Spruch. Frei übersetzt: Zeig mir ein Bild – ansonsten ist das, was du behauptest, für mich nicht passiert.
Zu einer hochwertigen Turnierorganisation gehört auch eine erstklassige Medienarbeit. Und zur Medienarbeit wiederum gehören Bilder. Reine Textberichte wirken nicht nur fürs Auge langweilig, sondern schaffen auch weniger Nähe als Fotos.
Bilder erzeugen Identifikation und machen ein Turnier emotional erlebbar. Versuche daher, von deinem Schachturnier viele und hochwertige Bilder zu produzieren und diese anschließend über deine Medienkanäle zu veröffentlichen.
👤 Professioneller Fotograf oder selbst fotografieren?
📷 Externer Schachfotograf
Verfügst du über ausreichend Budget, kannst du einen professionellen Schachfotografen verpflichten.
Fotografen, die bereits bei Schachveranstaltungen gearbeitet haben, kennen die Besonderheiten des Sports und wissen, worauf es bei Turnierbildern ankommt.
Eine Liste von Schachfotografen wie David Llada, Stev Bonhage oder Lennart Ootes findest du auf unserer Dienstleister-Übersicht.
📱 Selber Bilder machen
Alternativ kannst du selbst fotografieren oder einen Helfer bzw. Vereinskameraden darum bitten.
Verfügt dieser über Fotografiekenntnisse und eine eigene Kamera – umso besser. Aber auch mit einem guten Smartphone lassen sich mittlerweile sehr gute Turnierfotos produzieren.
Die folgenden Tipps sind teilweise dem Artikel der „Perlen vom Bodensee“ entnommen.
✅ 8 Tipps für bessere Schachfotos
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Geh ran!
Natürlich sind auch Bilder wichtig, die die ganze Größe des Raumes zeigen. Doch am interessantesten sind meist die Menschen.
Je näher du an sie herangehst und je größer das Gesicht im Verhältnis zum Rest des Bildes ist, desto stärker wirkt das Foto. Bei einer Siegerehrung interessieren die Gesichter deutlich mehr als die Beine der Sieger.
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Geh runter!
Gute Bilder entstehen oft auf Augenhöhe. Knie dich hin und richte die Kamera möglichst auf Höhe der Spieler aus.
Dadurch wirkt die Perspektive natürlicher und der Betrachter fühlt sich näher am Geschehen.
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Geh dazwischen!
Interessant sind auch Bilder, bei denen neben Spielern und Schachbrett ein weiterer Gegenstand ins Bild einbezogen wird. Solche Elemente können dem Foto zusätzliche Tiefe oder einen besonderen Blickfang geben.
Augenhöhe, Nähe, das Wasserglas als Eyecatcher – der englische GM Michael Adams, fotografiert von Dariusz Gorzinski – Quelle -
Fange Emotionen ein!
Besonders interessant sind Bilder, die Emotionen widerspiegeln: Freude, Enttäuschung, Anspannung oder Erleichterung.
Achte auf solche Momente, ohne dabei die Privatsphäre der Spieler zu verletzen.
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Nutze bei Nahbildern den Porträtmodus!
Eine einfache Möglichkeit für attraktivere Smartphone-Fotos ist der Porträtmodus. Dabei wird der Hintergrund weichgezeichnet und die fotografierte Person stärker hervorgehoben.
Beim iPhone wechselst du in der Kamera-App vom normalen Modus „Foto“ in den Modus „Porträt“. Dort lassen sich zusätzlich Licht und Stärke der Hintergrundunschärfe beeinflussen.
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Fokussiere dich auf einen Spieler!
Es erscheint zunächst reizvoll, mit einem Foto gleich zwei Spieler abzubilden. Der Betrachter verliert dadurch aber leicht den Fokus.
Rücke deshalb einen der Spieler klar in den Mittelpunkt. Der andere Spieler kann als Teil der Szene sichtbar bleiben, sollte aber nicht mit dem Hauptmotiv konkurrieren.
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Besonderheiten bei Gruppenfotos
Arrangiere die Gruppe bewusst. Turniersieger sollten vorne oder in der Mitte stehen, Funktionäre eher hinten oder außen.
Alle Personen sollten möglichst in dieselbe Kamera schauen. Deshalb sollte bei einem Gruppenfoto idealerweise nur eine Person gleichzeitig fotografieren.
Auch hier gilt: Gesichter sind wichtiger als Beine.
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Profitipps von Lennart Ootes
Schachfotograf Lennart Ootes hat im Schach-Magazin 64 einige Profitipps veröffentlicht.
⚖️ Einwilligung einholen
Achtung: Es gilt das Recht am eigenen Bild. Das heißt, du darfst Schachfotos nicht ohne Weiteres veröffentlichen, auch wenn du sie selbst aufgenommen hast.
Du benötigst grundsätzlich die erforderliche Einwilligung der dargestellten Personen. Zu Nachweiszwecken ist eine Einwilligung in Textform sinnvoll.
Ob statt einer individuellen Einwilligung auch ein genereller Hinweis in der Ausschreibung ausreicht – etwa „Mit der Anmeldung erteilt der Teilnehmer seine Einwilligung zur Veröffentlichung von Schachfotos“ – kann hier nicht abschließend beurteilt werden.
🖼️ Fotos vergessen – was nun?
Du hast vergessen, während des Turniers Fotos zu machen, möchtest aber trotzdem keinen reinen Textbericht veröffentlichen?
Dann kannst du alternativ ein anderes passendes Schachbild verwenden. Kostenlose Bilder findest du beispielsweise bei Bilddatenbanken wie Pixabay oder Pexels.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Screenshot einer interessanten Stellung aus dem Turnier.
Falls du ChessBase nutzt, kannst du mit etwas Ausprobieren auch über die Raytracing-Technik ein attraktives Bild einer Stellung erzeugen.
🏁 Fazit & Zusammenfassung
Gute Schachbilder sind wichtig für die Darstellung deines Schachturniers. Du kannst einen professionellen Fotografen verpflichten oder die Bilder selbst produzieren.
Geh auf Augenhöhe und nah an das Motiv heran, suche interessante Elemente im Bild, fange Emotionen ein, nutze bei Nahbildern den Porträtmodus und konzentriere dich möglichst auf eine Hauptperson.
Bei Gruppenfotos solltest du auf ein gutes Arrangement und sichtbare Gesichter achten. Falls du keine Fotos gemacht hast, kannst du deinen Bericht mit einem geeigneten Schachfoto oder einem Screenshot einer interessanten Stellung bebildern.
