Setzliste

Als Setzliste bezeichnet man im Schachturnier die geordnete Liste aller Teilnehmer eines Wettbewerbs. Sie legt vor Turnierbeginn eine eindeutige Reihenfolge fest und bildet die Grundlage für die Turnierstartnummern (Tournament Pairing Numbers, TPN) sowie für die Paarungen der ersten Runde, insbesondere bei Turnieren nach dem Schweizer System.

Zweck der Setzliste

Die Setzliste dient dazu,

  • alle Teilnehmer nach ihrer Spielstärke einzuordnen,
  • die Startnummern festzulegen,
  • und eine objektive, reproduzierbare Grundlage für die Erstrundenpaarung zu schaffen.

Da vor der ersten Runde alle Spieler null Punkte haben, können Paarungen nur auf Basis dieser Reihenfolge erfolgen.

Sortierungskriterien

Die Reihenfolge in der Setzliste richtet sich nach der Spielstärke, die üblicherweise durch Wertungszahlen abgebildet wird (z. B. Elo, DWZ oder eine Turnierwertungszahl).

Welche Wertungszahl herangezogen wird, hängt vom Turnierformat ab und muss vorab in der Ausschreibung festgelegt sein – insbesondere bei Turnieren mit mehreren Gruppen oder unterschiedlicher Auswertung.

Regelrahmen (FIDE)

Für FIDE-gewertete Turniere ist die Setzliste im FIDE-Handbuch, Teil C geregelt:

C.04.2 – General handling rules for Swiss Tournaments
(gültig ab 1. Februar 2026)

Dort ist festgelegt:

  • Vor Turnierbeginn erhält jeder Teilnehmer ein Maß seiner Spielstärke, in der Regel anhand von Ratings.
  • Ist keine verlässliche Wertungszahl vorhanden, nimmt der Hauptschiedsrichter eine Einschätzung vor.
  • Die Teilnehmer werden vor der ersten Runde sortiert nach
    1. Spielstärke
    2. FIDE-Titel
    3. alphabetischer Reihenfolge (sofern nichts anderes angekündigt wurde).

Aus dieser Reihenfolge ergeben sich die Tournament Pairing Numbers (TPN), die für die Paarungen maßgeblich sind.

Gestaltungsspielraum

Die FIDE-Regeln schreiben nicht verbindlich vor, ob bei mehreren vorhandenen Wertungszahlen (z. B. Elo und DWZ) eine davon grundsätzlich Vorrang hat. Entscheidend ist daher:

  • Die gewählte Methode muss einheitlich angewandt werden.
  • Sie muss vor Turnierbeginn transparent festgelegt sein.
  • Alle Teilnehmer müssen nach denselben Kriterien eingeordnet werden.

Fazit

Die Setzliste ist ein zentrales organisatorisches Instrument. Sie bringt die Teilnehmer eines Schachturniers in eine Reihenfolge und gewährleistet, dass Paarungen sachlich, nachvollziehbar und unabhängig von Person oder Software erfolgen.

Zur Übersicht:
Alle Schachturnierbegriffe findest du im Turnier-ABC .
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