Schweizer System

Das Schweizer System ist eine Turnierform bzw. ein Paarungssystem für Wettbewerbe mit Spielen zwischen zwei Personen oder Mannschaften. Es wird vor allem bei großen Teilnehmerfeldern eingesetzt, wenn ein Rundenturnier (jeder gegen jeden) aus Zeitgründen nicht möglich ist, und ist besonders bei Schach-Open-Turnieren verbreitet.

Grundidee

Alle Teilnehmer spielen alle Runden mit; eine Niederlage führt nicht zum Ausscheiden. Die Paarungen werden vor jeder Runde anhand des aktuellen Zwischenstands neu festgelegt, wobei möglichst Spieler mit gleicher Punktzahl gegeneinander spielen. Wiederholte Paarungen sind ausgeschlossen; findet sich in einer Punktgruppe kein passender Gegner, wird der Spieler einer benachbarten Punktgruppe zugeteilt.

Typische Paarungslogik (Schach)

In der ersten Runde werden die Teilnehmer nach Spielstärke sortiert; im FIDE-System spielt die obere Hälfte gegen die untere Hälfte.
Ab Runde zwei erfolgen die Paarungen bevorzugt innerhalb gleicher Punktgruppen, wobei Spieler nach Setzliste sortiert und möglichst „oben gegen unten“ gepaart werden. Zusätzlich wird auf eine ausgeglichene Verteilung von Weiß- und Schwarzpartien geachtet.

Aussagekraft und Feinwertung

Das Schweizer System liefert besonders an der Tabellenspitze und am Tabellenende aussagekräftige Ergebnisse; das Mittelfeld ist stärker zufallsabhängig. Punktgleichheiten werden durch Feinwertungen aufgelöst, häufig Buchholz, bei Gleichstand oft Sonneborn-Berger oder andere turnierspezifische Kriterien.

Beschleunigtes Schweizer System

Das beschleunigte Schweizer System ist eine Abwandlung für große Teilnehmerfelder, bei der stärkere Spieler zu Beginn Bonuspunkte erhalten. Dadurch treffen sie früher aufeinander, was die Aussagekraft der frühen Runden erhöht; die Bonuspunkte werden im Turnierverlauf schrittweise wieder entfernt.

Herkunft des Namens

1895 entwickelte der Schweizer Lehrer Julius Müller ein neues Paarungssystem für Turniere mit vielen Teilnehmern. Das System wurde erstmals bei einem Schachturnier in Zürich angewendet. Weil es in der Schweiz erfunden und erprobt wurde, setzte sich die Bezeichnung „Schweizer System“ durch.

Zur Übersicht:
Alle Schachturnierbegriffe findest du im Turnier-ABC .
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