Inkrement bezeichnet im Schach einen festen Zeitbonus, den ein Spieler für jeden ausgeführten Zug erhält. Es ist Teil der Bedenkzeitregelung und soll verhindern, dass Partien allein durch Zeitnot entschieden werden.
Darstellung der Bedenkzeit
Bedenkzeiten mit Inkrement werden meist im Format X | Y oder X+Y angegeben:
- X = Grundbedenkzeit in Minuten
- Y = Inkrement (Zeitbonus) in Sekunden pro Zug
Beispiele:
- 3 | 0: 3 Minuten pro Spieler, kein Inkrement
- 5 | 5: 5 Minuten Grundzeit, plus 5 Sekunden für jeden Zug
Funktionsweise
Nach jedem gespielten Zug wird dem Spieler das Inkrement automatisch zur verbleibenden Zeit hinzugefügt.
Spielt ein Spieler seinen Zug schneller als das Inkrement, wächst seine Restzeit sogar an.
Benötigt er länger, wird das Inkrement nur teilweise oder gar nicht „wirksam“.
Zweck des Inkrements
Das Inkrement:
- reduziert Zufallsergebnisse durch extreme Zeitnot
- ermöglicht korrektes Spiel auch in langen Endspielen
- belohnt zügiges, sauberes Spiel
- sorgt für höhere schachliche Qualität der Partien
Deshalb wird das Spielen mit Inkrement heute in Turnieren ausdrücklich empfohlen.
Inkrement im Turnierschach
Für die DWZ- und Elo-Auswertung gelten Mindestanforderungen an die Bedenkzeit. Dabei werden Inkremente in die Gesamtbedenkzeit einbezogen. Üblich sind:
- 30 Sekunden Inkrement pro Zug bei klassischen Turnieren
- Annahme einer durchschnittlichen Partielänge (z. B. 60 Züge) zur Bewertung der Gesamtzeit
Abgrenzung
- Ohne Inkrement (X | 0) spricht man von Sudden Death: Fällt die Zeit auf null, ist die Partie sofort verloren.
- Delay (Verzögerung): Beim Delay läuft zu Beginn jedes Zuges zunächst eine kurze Karenzzeit. Erst nach Ablauf dieser Zeit beginnt die Uhr herunterzulaufen. Die verfügbare Zeit kann nicht anwachsen, sondern nur erhalten bleiben.
Alle Schachturnierbegriffe findest du im Turnier-ABC .
