DWZ erhalten

Wie erhalte ich eine DWZ?

Wer zum ersten Mal an einem Schachturnier teilnimmt, begegnet schnell einer Abkürzung, die im Vereinsschach allgegenwärtig ist: DWZ. Sie steht für „Deutsche Wertungszahl“ und soll die Spielstärke eines Schachspielers möglichst realistisch abbilden.

Doch wie bekommt man eigentlich eine DWZ? Reicht die Teilnahme an einem Turnier? Muss man Mitglied in einem Schachverein sein? Und wie lange dauert es, bis die erste Wertungszahl veröffentlicht wird?

Was ist die DWZ?

Die DWZ ist die nationale Wertungszahl des Deutschen Schachbundes. Je höher die Zahl, desto stärker wird ein Spieler eingeschätzt.

Sie dient unter anderem dazu,

  • Spieler bei Turnieren nach Spielstärke zu sortieren,
  • passende Turniergruppen zu bilden,
  • Mannschaftsaufstellungen zu planen,
  • die eigene schachliche Entwicklung zu verfolgen.

Die DWZ ist keine Prüfung und auch kein Titel. Sie verändert sich laufend durch die Ergebnisse in ausgewerteten Turnierpartien.

Brauche ich einen Schachverein?

Für eine offizielle und in der Datenbank des Deutschen Schachbundes geführte DWZ ist grundsätzlich die Mitgliedschaft in einem deutschen Schachverein erforderlich.

Der Verein meldet seine Mitglieder über den zuständigen Landesverband an. Erst dadurch kann der Spieler im deutschen Wertungssystem eindeutig erfasst und seine DWZ dauerhaft gespeichert werden.

Wer noch keinem Verein angehört, sollte deshalb zunächst einen Schachverein in seiner Nähe suchen. Viele Vereine ermöglichen ein unverbindliches Probetraining, bevor eine Mitgliedschaft abgeschlossen wird.

Welche Turniere zählen für die DWZ?

Nicht jede Schachpartie wird für die DWZ ausgewertet. Das Turnier muss ausdrücklich als DWZ-gewertet oder DWZ-ausgewertet ausgeschrieben sein.

In der Regel handelt es sich um Turniere mit klassischer Bedenkzeit. Blitz- und Schnellschachturniere zählen nicht für die DWZ. Außerdem müssen die Partien unter den vorgeschriebenen Turnierbedingungen und nach den geltenden Schachregeln gespielt werden. Dazu gehört normalerweise auch, dass die Züge aufgeschrieben werden.

Ob ein Turnier ausgewertet wird, steht meistens bereits in der Ausschreibung. Dort finden sich Formulierungen wie:

Das Turnier wird zur DWZ-Auswertung eingereicht.

Wie viele Partien benötige ich?

Für die erste DWZ werden mehrere verwertbare Partien gegen Gegner benötigt, die bereits eine DWZ besitzen. Häufig ist von mindestens fünf solchen Partien die Rede.

Diese Partien müssen nicht unbedingt innerhalb eines einzigen Turniers gespielt werden. Ergebnisse aus mehreren Turnieren können zusammengeführt werden, bis genügend verwertbare Partien vorliegen. In der Spielerabfrage kann dann zeitweise der Hinweis „Restp.“ erscheinen. Die Abkürzung steht für Restpartien und zeigt, dass bereits Ergebnisse vorhanden sind, aber noch keine vollständige Erst-DWZ berechnet wurde.

Muss ich gegen starke Spieler gewinnen?

Nein. Für die erste DWZ muss man weder ein Turnier gewinnen noch eine bestimmte Punktzahl erreichen.

Entscheidend ist, dass verwertbare Partien gegen Spieler mit vorhandener DWZ gespielt werden. Auch Niederlagen liefern Informationen über die ungefähre Spielstärke. Ein Anfänger, der gegen deutlich erfahrenere Gegner verliert, kann deshalb trotzdem eine erste DWZ erhalten.

Die Höhe der Erst-DWZ hängt unter anderem davon ab,

  • wie stark die Gegner waren,
  • wie viele Punkte erzielt wurden,
  • welche Turnierleistungen berechnet wurden,
  • welche Regeln für Neueinsteiger gelten.

Ab welchem Alter kann man eine DWZ bekommen?

Für die DWZ gibt es kein Mindestalter. Kinder können ebenso eine DWZ erhalten wie Jugendliche und Erwachsene.

Gerade im Kinder- und Jugendschach ist es wichtig, die Zahl richtig einzuordnen. Eine niedrige erste DWZ bedeutet nicht, dass ein Kind untalentiert ist. Sie ist nur eine Momentaufnahme nach den ersten gewerteten Partien.

Bei jungen Spielern kann sich die DWZ außerdem schneller verändern, weil ihre Spielstärke häufig große Entwicklungssprünge macht.

Wann erscheint meine erste DWZ?

Nachdem ein Turnier beendet wurde, muss der Veranstalter die Ergebnisse zur Auswertung einreichen. Anschließend werden sie vom zuständigen Wertungsreferenten beziehungsweise über das Wertungsportal verarbeitet.

Wie lange das dauert, ist unterschiedlich. Manchmal erscheint die neue DWZ bereits nach wenigen Tagen, manchmal vergehen mehrere Wochen. Bei Mannschaftskämpfen oder Turnieren, die über einen längeren Zeitraum laufen, kann die Auswertung entsprechend später erfolgen.

Seit 2026 werden Turniere grundsätzlich nach ihrem Beginn eingeordnet. Bei gleichem Enddatum entscheidet das frühere Startdatum über die Auswertungsreihenfolge.

Wo finde ich meine DWZ?

Die eigene Wertungszahl kann über das Wertungsportal des Deutschen Schachbundes gesucht werden.

Innerhalb des Wertungsportals gibt es – neben der Vereinssuche – auch eine Spielerabfrage. Dafür genügt normalerweise die Eingabe des Vor- und Nachnamens.

In der persönlichen Spielerkarte sind je nach Ansicht unter anderem zu finden:

  • die aktuelle DWZ,
  • der Verein,
  • bereits ausgewertete Turniere,
  • die Entwicklung der Wertungszahl,
  • frühere Ergebnisse.

Was kann ich tun, wenn meine DWZ fehlt?

Zunächst sollte geprüft werden, ob das Turnier tatsächlich zur DWZ-Auswertung ausgeschrieben war. Anschließend kann man beim Turnierleiter oder Veranstalter nachfragen, ob die Ergebnisse bereits eingereicht wurden.

Mögliche Gründe für eine Verzögerung sind:

  • Das Turnier wurde noch nicht eingereicht.
  • Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen.
  • Es liegen noch nicht genügend verwertbare Partien für eine Erst-DWZ vor.
  • Die Vereins- oder Mitgliedsdaten sind nicht korrekt zugeordnet.
  • Einzelne Ergebnisse müssen noch geprüft werden.

Bei Problemen mit dem neuen Wertungsportal gibt es außerdem ein eigenes Forum für Fragen, Fehler und Wünsche. Der Deutsche Schachbund nennt zusätzlich eine Kontaktadresse für Schwierigkeiten mit den angezeigten Wertungsdaten.

Warum wurde die DWZ 2026 angehoben?

Im Sommer 2026 wurden viele Deutsche Wertungszahlen einmalig erhöht. Hintergrund war unter anderem, dass die FIDE ihre internationalen Elozahlen bereits 2024 im unteren und mittleren Bereich angehoben hatte. Dadurch waren DWZ und Elo bei vielen Spielern deutlich auseinandergedriftet.

Zusätzlich hatte sich im unteren DWZ-Bereich über Jahre eine sogenannte Deflation entwickelt. Die Zahlen bildeten die tatsächlichen Spielstärkeunterschiede deshalb nicht mehr überall zufriedenstellend ab.

Für die einmalige Umrechnung galten folgende Regeln:

  • Bei einer bisherigen DWZ unter 1000 wurden 400 Punkte addiert.
  • Zwischen 1000 und 2110 galt die Formel:
    neue DWZ = 0,64 × alte DWZ + 760
  • Oberhalb von 2110 erfolgte keine Anhebung.

Außerdem wurde eine neue Mindest-DWZ von 1100 eingeführt. Niemand verlor durch die Umstellung Punkte.

Wichtig ist: Durch die Anpassung ist niemand über Nacht ein stärkerer Schachspieler geworden. Es wurde lediglich die Skala verändert. Da auch die Wertungszahlen der Gegner angehoben wurden, muss die neue DWZ immer innerhalb des neuen Systems betrachtet werden.

Fazit

Wenn du eine DWZ erhalten willst, dann geht das wie folgt:

Du trittst einem Schachverein bei, spielst mehrere klassische und DWZ-ausgewertete Partien gegen Spieler mit vorhandener Wertungszahl und wartest anschließend auf die offizielle Auswertung.

Die erste Zahl ist dabei nur ein Ausgangspunkt. Viel wichtiger als die genaue Einstiegshöhe ist die langfristige Entwicklung. Wer regelmäßig Turniere spielt, seine Partien analysiert und Freude am Schach behält, wird mit der Zeit auch an seiner DWZ erkennen können, wie sich die eigene Spielstärke verändert.

Weitere Quellen:

Text und Bild mit Hilfe von KI erstellt

Siehe auch: Wie erhalte ich eine Elozahl?

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