Remis ausgeschlossen ist: Die Partie endet immer mit einem Sieger.
Der Name leitet sich vom biblischen Begriff Harmagedon ab, der für eine letzte, alles entscheidende Schlacht steht – passend zur Funktion dieser Partieform.
Grundprinzip
In einer Armageddon-Partie gelten grundsätzlich die normalen Schachregeln, jedoch mit zwei entscheidenden Abweichungen:
- Weiß erhält das Anzugsrecht und eine längere Bedenkzeit.
- Schwarz hat weniger Zeit, gewinnt aber die Partie bereits bei Remis.
Damit ist die Rollenverteilung klar:
- Weiß muss gewinnen, um nicht zu verlieren.
- Schwarz reicht ein Remis, um als Sieger festzustehen.
Die genaue Zeitverteilung ist nicht einheitlich festgelegt, häufige Beispiele sind etwa 5 Minuten für Weiß gegen 4 Minuten für Schwarz. Die Farbverteilung erfolgt oft per Los, wobei der gezogene Spieler wählen darf, ob er Weiß oder Schwarz übernimmt. In anderen Fällen erfolgt die Farbverteilung per Bieteverfahren. Beide Spieler bieten verdeckt darauf, mit wie wenig Bedenkzeit sie bereit sind, mit Schwarz zu spielen. Der Spieler mit dem niedrigen Gebot erhält Schwarz, bekommt genau die gebotene Zeit und gewinnt bei Remis.
Einsatz im Turnierbetrieb
Armageddon-Partien kommen in unterschiedlichen Wettbewerbsformen zum Einsatz:
- Zweikämpfe und K.-o.-Turniere: Als finale Entscheidungsstufe nach klassischen Partien sowie Rapid- und Blitz-Tie-Breaks, etwa beim Schach-Weltpokal.
- Weltmeisterschaften: Seit 2008 wird bei Gleichstand nicht mehr der amtierende Weltmeister bevorzugt; theoretisch kann eine Armageddon-Partie die Entscheidung bringen.
- Rundenturniere mit Sonderwertung: Beim Turnier Norway Chess wurden nach Remis-Partien zusätzlich Armageddon-Partien gespielt, um einen zusätzlichen Punkt zu vergeben.
- Online-Wettbewerbe: Bei der Online-Schacholympiade 2020 wurde Armageddon eingesetzt, um unentschiedene Mannschaftskämpfe in der K.-o.-Phase zu entscheiden.
Bedeutung
Armageddon-Partien garantieren eine schnelle und eindeutige Entscheidung, ohne ein Turnier zeitlich ausufern zu lassen. Durch die asymmetrischen Bedingungen entstehen besonders dramatische und psychologisch anspruchsvolle Partien, die für Spieler wie Zuschauer gleichermaßen reizvoll sind.
Alle Schachturnierbegriffe findest du im Turnier-ABC .
